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100 Tage nach der Entführung – Schicksal der Bischöfe in Syrien weiterhin ungewiss PDF Drucken
Mittwoch, 31. Juli 2013

Heidelberg/Damaskus, 31.07.2013 – 100 Tage sind heute vergangen und noch immer fehlt von den entführten Erzbischöfen Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi jedes Lebenszeichen. Nach Angaben des Syrisch-Orthodoxen Patriarchats in Damaskus gibt es weiterhin keine verlässlichen Hinweise über Identität, Motive oder mögliche (Lösegeld-) Forderungen der Täter.

Am 22. April 2013 befanden sich der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und sein griechisch-orthodoxer Amtskollege Boulos Yazigi, Erzbischof von Aleppo und ?skenderun, gemeinsam auf einem humanitären Einsatz, als sie auf dem Rückweg Bab Al-Hawa von der türkisch-syrischen Grenze zu ihren Diözesen von einer bewaffneten Gruppe gewaltsam verschleppt wurden. Der Fahrer und Diakon von Bischof Ibrahim wurde dabei getötet. Der Vorfall ereignete sich in der nördlichen Provinz Aleppo, die von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrolliert wird.

Bei einem Treffen am 29. April 2013 mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Syrischen Nationalrates (SNC) George Sabra in Istanbul, machte dieser über den Verbleib und das Wohlbefinden der Bischöfe, sowie hinsichtlich laufender Verhandlungen und Identität der Entführer eindeutige Angaben.

Erst kürzlich haben sich hochrangige Vertreter der türkischen Regierung ebenfalls über den Zustand der Bischöfe geäußert. Auf der anderen Seite erscheinen in türkischen Medien in regelmäßigen Abständen unverantwortliche Berichterstattungen über eine angebliche Freilassung bis hin zu höchst verwerfliche Meldungen zum Ableben der Bischöfe, wie zuletzt am 23. Juli 2013.

Welchen Kenntnisstand hat die türkische Regierung tatsächlich?!
Wieso enthält der SNC der Öffentlichkeit verifizierbare Lebenszeichen vor?!


„Das seit 100 Tagen ungewisse Schicksal der Bischöfe, die stets für Frieden und Dialog in Syrien warben, raubt den noch ausharrenden Christen mehr und mehr den letzten Funken Hoffnung auf eine Zukunft und Perspektive in ihrer Heimat. Sie fühlen sich von der Welt im Stich gelassen.“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland Daniyel Demir.

Bis zum heutigen Tag blieben sämtliche Bemühungen für eine sofortige Freilassung der Bischöfe erfolglos.

Wir fordern die deutsche Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft daher weiter mit Nachdruck dazu auf, sich mit allen Mitteln für die unverzügliche Freilassung der entführten Erzbischöfe einzusetzen und insbesondere den diplomatischen Druck auf die syrische Opposition zu erhöhen.