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Im Gespräch mit den CDU/CSU-Mitgliedern PDF Drucken
Sonntag, 05. April 2009
Im Gespräch mit den CDU/CSU-Mitgliedern des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Bundestages

Unter Leitung des Bischofs der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Mor Julius Dr. Hanna Aydin traf eine aramäische Delegation am 25.03.2009 im Bundestag in Berlin zu einem Arbeitsgespräch mit CDU/CSU-Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zusammen. Neben dem Bischof waren die Vertreter der aramäischen Gemeinschaft in Deutschland Rechtsanwalt David Gelen, Bundesvorsitzender der Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland, Bundesverdienstkreuzträger Adnan Mermertas, Vorsitzender des Aramäischen Medienvereins SuryoyoSAT Deutschland, Frank Seltmann, Berater der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes aus Berlin sowie Abuna Samuel Gümüs und Circis Demir in Vertretung des Diözesanrates der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland.

 

 

 

 

Gastgeberin und Sitzungsleiterin war die Bundestagsabgeordnete Ingrid Fischbach aus Herne. Sie ist Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Trotz des momentanen engen Zeitplanes der Bundestagsabgeordneten ist ihr es mit großem Engagement gelungen, für die Diskussion unserer Anliegen sehr kompetente und engagierte Teilnehmer zum Gespräch zu versammeln

Dazu gehörten Günter Nooke, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, die Bundestagsabgeordneten Ute Granold, Michael Brand sowie Arnold Vaatz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, die alle drei Mitglieder des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Bundestages sind. Desweiteren nahmen am Arbeitsgespräch der Kölner Bundestagsabgeordnete Willi Zylajew teil, Mitglied der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe. Schließlich komplettierten die Referenten Sven Oole, Richard Reinfeld und Christine Oberer die Gesprächsrunde.

Hauptthema war die Situation um das Kloster Mor Gabriel und damit einhergehend die Lage der Aramäer in der Türkei. Daneben besprachen wir die Anerkennung der Syrisch-Orthodoxen Kirche als Körperschaft des Öffentlichen Rechts in Deutschland, die Aufnahme der Aramäer aus dem Irak in Deutschland und die Abschiebegefahr einiger Aramäer nach Syrien aus Deutschland. Unsere Sorgen und Bitten wurden sehr verständnisvoll aufgenommen. Zum Teil finden sie bereits in Aktivitäten der Abgeordneten Berücksichtigung. Zum Teil wurde uns Unterstützung bei ihrer Lösung zugesagt.

 So wird die Arbeitsgruppe Menschenrechte demnächst eine Reise in die Türkei unternehmen. Auf Bitten unserer Delegation werden sie auch das Kloster Mor Gabriel besuchen, dort übernachten und Gespräche mit Lokal- und Regionalbehörden führen. Der nächste Schritt wird nun sein, die Kontakte auf Bundesebene zu intensivieren und gleichzeitig die Angelegenheit auf die Ebene der Europäischen Union heranzutragen. Dort muss die Situation der Aramäer in der Türkei zum Thema bei den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei werden. Dazu gehört als erste Voraussetzung die Anerkennung der Aramäer als Minderheit. Solange dies nicht geschieht, werden unsere Kirchen und Schulen keine Rechtsgrundlage für ihre Forderungen nach Sprach- und Religionsunterricht haben. An den EU-Beitritt der Türkei muss also diese Bedingung der Anerkennung der Aramäer als Minderheit angeknüpft werden

Hinsichtlich der Abschiebegefahr der Aramäer aus Syrien versicherte uns der Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz seine Unterstützung. Es solle eine Zusammenstellung aller Abschiebebedrohten erstellt werden. Dazu sei auch an dieser Stelle aufgerufen, dass all diejenigen, denen eine Abschiebung droht, sich bei Adnan Mermertas melden sollen.

Die Anerkennung der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland als Körperschaft des Öffentlichen Rechts hängt von vielen Formalitäten ab, die noch bewältigt werden müssen. Auch der politische Rückhalt muss für eine Anerkennung gewährleistet werden, was in dieser Runde angedeutet wurde. Es stehen also noch viele Überzeugungsgespräche an, die die Kirche leisten muss.

Die teilnehmenden Parlamentarier bedankten sich sehr bei den Aramäern für dieses Gespräch, das ihnen die existenzbedrohende Lage des Klosters Mor Gabriel deutlicher machte. Allesamt versprachen sie Unterstützung und ließen den Willen hierzu erkennen. Das freute und ermutigte die aramäische Delegation

Der Bundesvorstand

Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland