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Pressemitteilung: Christen im Irak wieder Zielscheibe des Terrors PDF Drucken
Montag, 01. November 2010

Sajjidat-al-Nadscha-Kirche in Bagdad/IrakGottesdienst endet im Blutbad - Bundesvorstand der Aramäer fordert Schutz der Christen im Irak

HEIDELBERG, 01.11.10 – Der Bundesvorstand des aramäischen Dachverbandes in Deutschland ist schockiert und zutiefst entsetzt über die blutige Geiselnahme im Irak mit mehr als 50 getöteten Christen und Dutzenden Verletzten. Ein Al-Qaida-Kommando hat in Bagdad die Sayidat al-Nejat Kathedrale während der Sonntagsmesse gestürmt und ein Blutbad unter den Gläubigen und Priestern angerichtet.

Bundesvorsitzender Daniyel Demir befürchtet, „die aramäischen Christen im Irak könnten das Schicksal ihrer Glaubensbrüder in der Türkei erleiden und bis auf winzige Reste verschwinden“. Immerhin handle es sich um urchristliche Gemeinden mit einer fast 2000-jährigen Geschichte. Viele der irakischen Christen beten heute noch auf Aramäisch, in der Sprache Jesu.

Die Forderung nach einer autonom verwalteten Region für die Aramäer in der Provinz Niniveh im Norden des Irak, das der kurdischen Regionalregierung untersteht, wird nach diesen schrecklichen Vorfällen immer lauter.

„In der Tat können die Aramäer im Norden in Frieden und Sicherheit leben, jedoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass es in den neu gebauten Dörfern völlig an Infrastruktur fehlt. Es gibt keine Arbeit“. Zwar würden die Bischöfe ihren Landsleuten sagen, dass sie unbedingt bleiben sollten. Wenn sich aber nichts ändere, werde sich der Flüchtlingsstrom mehr und mehr verstärken. „Auf Dauer wird es ohne eine echte aramäische Selbstverwaltung im Irak keine Zukunft für unser Volk geben“, so der Bundesvorsitzende des aramäischen Dachverbandes weiter.

Die Lage der christlichen Bevölkerungsteile, insbesondere der Aramäer, hat sich seit der amerikanischen Invasion vom Frühjahr 2003 massiv verschlechtert. Die Christen sind Zielscheibe von brutalster Gewalt und Verfolgung. Unzählige wurden ermordet und entführt, Diskriminierung und Anfeindung stehen an der Tagesordnung. Mehr als 30 Kirchen wurden ganz oder teilweise durch Bombenanschläge zerstört. Der Völkermord und die ethnischen Säuberungen gehen mit diesem brutalen Anschlag ungehindert weiter.

Hunderttausende sind bereits aus ihrer Heimat geflohen. Wenn sich die Situation der Christen im Nahen Osten nicht grundlegend verbessert, droht der Exodus zu vollenden: Diese eindringliche Warnung verbunden mit einem Appell zur Solidarität mit den bedrängten Christen im Irak und der zusätzlichen Aufnahme von christlichen Flüchtlinge fordern wir von der deutschen Bundesregierung.

Der Bundesvorstand