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Bundesverband der Aramäer würdigt Deutschlands Initiative PDF Drucken
Donnerstag, 21. März 2013

Heidelberg/Berlin, 21.02.2013 – Die Bundesregierung wird aufgrund der eskalierenden Gewalt in Syrien und des kontinuierlich wachsenden Flüchtlingsstroms in die Nachbarländer etwa 5000 besonders schutzwürdige Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufnehmen. In erster Linie sollen Familien mit Kindern, Kinder ohne Eltern, aber auch christliche Flüchtlinge aufgenommen werden.

Der Vorsitzende des Bundesverbands der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, sieht im Vorstoß Deutschlands einen Akt der Humanität: „Die Situation der notleidenden aramäischen Flüchtlinge, von der wir uns vor Ort im Libanon, der Türkei und auch in Griechenland überzeugt haben, ist eine unsägliche Tragödie. Die Initiative der deutschen Bundesregierung ist daher ein wichtiges klares Zeichen der internationalen Solidarität mit den Aufnahmeländern in der Region, die mit der Aufnahme dieser Flüchtlingsmassen völlig überfordert sind.“

Der Bürgerkrieg in Syrien hat ohne Zweifel fatale Folgen für die gesamte syrische Zivilbevölkerung. Das Maß der Zerstörung ist erheblich und ein Ende der Gewalt ist nicht abzusehen. Doch die brutale Gewalt des Krieges hat die christliche Gemeinschaft besonders hart getroffen. Anders als andere Bevölkerungsgruppen, die von arabischen Ländern verschiedenste Unterstützung erhalten, kommt bei der staatenlosen aramäischen Gemeinschaft von der westlichen Hilfe kaum etwas an.

Aramäische Flüchtlinge in verschiedenen Anrainerstaaten berichten übereinstimmend von gezielter Christenverfolgung und geplünderten Kirchen an deren Straßenmauern unmissverständliche Todesdrohungen prangen: "Ihr ungläubige Christen werdet sterben! Allah ist groß! Verflucht sind jene, die das Kreuz anbeten!" Erpresserischer Menschenraub und brutale Hinrichtungen von Priestern, gezielte Entführungen junger Mädchen und der drohende Militärdienst zwingen die aramäischen Christen ihre Heimat zu verlassen.

Im Kreuzfeuer zwischen regierungstreuen Truppen und radikalen Rebellengruppierungen fürchten die Christen Repressalien durch das Assad-Regime, andererseits begegnen sie dem Hass islamistischer Befreiungskämpfer, die gegen Christen als Ungläubige und Kollaborateure hetzen.

Ursache für die verstärkt auftretende Gewalt mit "konfessionsgebundenem" Hintergrund ist die zunehmende Beteiligung von Fundamentalisten und Dschihadisten, wie der militanten Al-Nusra- Front und anderer islamistischer Freischärler-Brigaden, wie z. B. der Ahrar al-Sham und Al-Tawhid Brigaden, die ganz offenkundig und medienwirksam einen islamistischen Gottesstaat propagieren und bereits Scharia-Gerichte eingerichtet haben. Es droht den Christen ein Schicksal ähnlich wie im Irak.

„Die populistische Reaktion von SPD-Chef Gabriel, der der Bundesregierung eine christliche Selektion und damit „unchristliches Verhalten“ vorwirft, demonstriert seine Unkenntnis im Hinblick auf die gegenwärtige Situation in Syrien. Die Situation um die Christen Syriens ist äußerst dramatisch. Internationale humanitäre Hilfe kommt kaum an, zwischen den Fronten ausgeliefert sind sie für Terroristen und Islamisten zur Zielscheibe geworden und daher einem erhöhten Verfolgungsdruck ausgesetzt,“ erklärt der Bundesvorsitzende Daniyel Demir weiter.

Die lange Zeit passive Haltung der EU hinsichtlich dieser akuten Flüchtlingsproblematik wurde von der deutschen Bundesregierung endlich durchbrochen. Deutschlands Vorstoß besonders schutzwürdige Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, ist im gesamteuropäischen Kontext in dieser Frage sicherlich erst der Anfang. Die viel dringlichere humanitäre Hilfe vor Ort muss jedoch effizienter gestaltet und weiter intensiviert werden.

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