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Bewaffnete Rebellen entführen hochrangige Erzbischöfe in Syrien PDF Drucken
Dienstag, 23. April 2013

Heidelberg/Damaskus, 23.04.2013 – Bestätigten Berichten aus dem Syrisch-Orthodoxen Patriarchat in Damaskus zufolge, sind der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder Boulos Yazigi, Erzbischof von Aleppo und Ä°skenderun, gestern Opfer einer brutalen Entführung geworden.

Metropolit Boulose Yazigi, Bruder des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochia, Johannes X. Yazigi, dessen Diözese sich auch auf türkisches Gebiet erstreckt und Erzbischof Mor Gregorios Yohanna Ibrahim wurden auf dem Rückweg Bab Al- Hawa nach Aleppo von einer bewaffneten Gruppe gestoppt. Der Diakon und Fahrer von Bischof Ibrahim wurde getötet. Den Informationen zufolge sollen beide Erzbischöfe unversehrt sein. Der Vorfall ereignete sich in einem von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrollierten Gebiet. Welche Gruppierung für den Mord und die Entführung verantwortlich ist, ist noch unklar. Auch mögliche (Lösegeld-) Forderungen sind derzeit unbekannt.

Daniyel Demir, Vorsitzender des Bundesverbands der Aramäer in Deutschland verurteilt diesen terroristischen Akt „auf das aller Schärfste“ und fordert „die unverzügliche Freilassung der Bischöfe“.

„Die Entführung dieser beiden hohen Würdenträger trifft die in Syrien noch ausharrenden Christen tief ins Mark und muss der internationalen Staatengemeinschaft ein Warnruf sein. Erpresserischer Menschenraub, brutale Hinrichtungen von Geistlichen und gezielte Entführungen zeichneten das tragische Schicksal und den fast vollendeten Exodus der aramäischen Christen auch im Irak vor“, mahnt der Bundesvorsitzende eindringlich.

Weiterhin appelliert er an die deutsche Bundesregierung, „die eigene Rolle in diesem Konflikt zu überdenken, sowie eine militärische oder nichtmilitärische Unterstützung der Rebellen einzustellen bzw. im internationalen Kontext zu verhindern, stattdessen aber beide Kriegsparteien mit aller Entschlossenheit zu einem sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand mit anschließenden Friedensverhandlungen zu bewegen, damit den leidtragenden Menschen in Syrien endlich Hilfe zukommen kann. Es zeigt sich heute vielmehr, dass die verstärkt auftretende Gewalt mit „konfessionsgebundenem“ Hintergrund auf die zunehmende Beteiligung von Fundamentalisten und Dschihadisten, wie der militanten Al-Nusra-Front und anderer islamistischer Freischärler-Brigaden, die offenkundig einen islamistischen Gottesstaat propagieren, zurückzuführen ist und die Rebellenbewegung mit Hilfe „verbündeter“ Staaten mit tausenden Dschihadisten unterwandert und völlig unkontrollierbar geworden ist.“

NGO-World Council of Arameans, 23.04.2013:
http:// http://www.wca-ngo.org/humanrightsfiles/the-syria-crises/417-two-archbishops-kidnapped-in-syria

ARD-Reportage aus Syrien, 09.04.2013:
Die Ignoranz des Westens - der Triumph der Islamisten
http://www.tagesschau.de/ausland/aleppo274.html

zenith – das führende deutsche Magazin zum Nahen Osten, dem Maghreb und der muslimischen Welt:
http://www.zenithonline.de/deutsch/politik//artikel/kommt-nun-die-schlacht-um-qamishli-003598/