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50 Tage nach der Entführung – Kein Lebenszeichen von den Erzbischöfen! PDF Drucken
Dienstag, 11. Juni 2013

Heidelberg/Damaskus, 11.06.2013 – Am 22. April 2013 wurden der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder Boulos Yazigi, Erzbischof von Aleppo und Ä°skenderun, Opfer einer brutalen Entführung.

Erzbischof Yazigi, Bruder des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochia, Johannes X. Yazigi, dessen Diözese sich auch auf türkisches Gebiet erstreckt und Mor Gregorios Yohanna Ibrahim wurden auf dem Rückweg Bab Al-Hawa nach Aleppo von einer bewaffneten Gruppe gestoppt. Der Diakon und Fahrer von Bischof Ibrahim wurde getötet.

Der Vorfall ereignete sich in einem Gebiet, das von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrolliert wird. Nach Angaben des Syrisch-Orthodoxen Patriarchats in Damaskus sind Identität und mögliche (Lösegeld-) Forderungen der Täter bis zum heutigen Tag unbekannt.

„Dieser Entführungsfall ist äußerst merkwürdig. Je länger die Erzbischöfe verschwunden bleiben, desto aussichtsloser erscheint den Christen ihre Zukunft in Syrien. Nach 50 Tagen gibt es von den Bischöfen noch immer kein verlässliches Lebenszeichen, keine offiziellen Forderungen. Der Syrische Nationalrat verstrickt sich immer wieder in widersprüchliche Aussagen über Zustand und Aufenthaltsort der entführten Bischöfe. Es drängt sich der Eindruck auf, dass man auf Kosten von Leib und Leben der prominenten Würdenträger, verlorengegangenen politischen Kredit zurückgewinnen möchte.“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbands der Aramäer in Deutschland Daniyel Demir.

Der Vorfall ist für die syrische Opposition, die Unterstützung aus vielen westlichen Ländern erfährt, mehr als peinlich, konterkariert sie doch die jüngsten Versicherungen der meist sunnitischen Aufständischen, sie würden die religiösen Minderheiten achten und schützen.

Wir erneuern unseren Appell an die deutsche Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft, sich mit aller Entschlossenheit für die unverzügliche Freilassung der entführten Erzbischöfe, die als Friedensstifter und Mittler zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften international bekannt sind, einzusetzen und den diplomatischen Druck auf die Vertreter der syrischen Opposition zu erhöhen.