baner
Sie sind hier:   Start Pressemitteilungen Kloster Mor Gabriel erhält teilweise enteignetes Land zurück
Kloster Mor Gabriel erhält teilweise enteignetes Land zurück PDF Drucken
Donnerstag, 27. Februar 2014

Bundesverband der Aramäer in Deutschland begrüßt die Rücknahme der Landenteignung

Heidelberg/Berlin, 27.02.2014 – Die angekündigte Rückgabe von enteigneten Grundbesitz des Klosters Mor Gabriel wurde gestern nach bestätigter Meldung der Klosterleitung teilweise umgesetzt. Damit reagiert die türkische Regierung auf eine zentrale Forderung der Aramäer in und außerhalb der Türkei.
 
Erdogan kündigte im vergangenen Jahr an, die drohende Landenteignung des 1600 Jahre alten Klosters Mor Gabriel zurück nehmen zu wollen: „Mit der Rückgabe wollen wir ein Unrecht beseitigen und unseren aramäischen Mitbürgern ein wichtiges Anrecht zurück geben.“
 
Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, begrüßt zwar die von Ministerpräsident Erdogan teilweise in die Tat umgesetzte ´Unrechtsbeseitigung´, fordert aber eine vollumfängliche Rückgabe des Klostereigentums: „Bei diesen Flurstücken handelt es sich um einen Bruchteil des Klostereigentums, in anderen Enteignungsverfahren stehen etwa weitere 70 Hektar Land noch aus. Wir fordern die Rückgabe sämtlicher enteigneter Klosterländereien. Besitzurkunden und Steuerunterlagen, sowohl aus der ottomanischen Zeit als auch seit der Gründung der Republik Türkei, die unstreitig das Klostereigentum dokumentieren, müssen Bestand haben.“Dies gilt auch im Hinblick auf die gleichartigen, unzähligen Enteignungsprozesse gegenüber anderen Kirchen, Klöstern und Ortschaften der Aramäer im Südosten der Türkei.
 
Das Kloster Mor Gabriel ist unabhängig davon noch immer mit einer Prozessflut konfrontiert, allesamt mit Beteiligung staatlicher Stellen – Gemeinden, Forstamt und Staatsanwaltschaft. So muss sich der Klosterverwalter Kuryakos Ergün nach wie vor einem absurden Strafverfahren wegen „Aneignung fremden Bodens“ stellen.
 
Das Kloster Mor Gabriel wurde im Jahre 397 n.Chr. gegründet und ist eines der ältesten Klöster der Christenheit überhaupt. Es sieht sich seit 2008 einer Flut von Gerichtsverfahren ausgesetzt, die es in seiner Existenz bedrohen. Das Kloster im Südosten der Türkei ist das religiös-kulturelle Zentrum der Aramäer, die seit dem zweiten Jahrtausend v.Chr. im Turabdin beheimatet sind.