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1 Jahr ohne Lebenszeichen – Schicksal entführter Bischöfe in Syrien weiterhin ungewiss PDF Drucken
Dienstag, 22. April 2014

Bundesverband der Aramäer in Deutschland bittet die Bundesregierung um Aufklärung
Heidelberg/Damaskus, 21.04.2014 – Am 22. April 2014 jährt sich die Entführung des syrisch-orthodoxen Erzbischofs Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und seines griechisch-orthodoxen Amtsbruders Boulos Yazigi.
Die Bischöfe wurden am 22. April 2013 nahe der Stadt Aleppo von islamistischen Rebellen verschleppt. Sämtliche Bemühungen zur Freilassung der Bischöfe blieben bisher erfolglos. Ein Jahr danach fehlt von ihnen noch immer jede Spur.

Dazu erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir:
„Für die Christen in Syrien und die Aramäische Gemeinschaft weltweit markiert der 22. April 2014 einen traurigen Jahrestag. Mit der Entführung der Erzbischöfe, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, die jetzt seit 1 Jahr vermisst werden, ist die gesamte Christenheit Syriens in Geiselhaft geraten. Ihre Freilassung wäre gerade im Lichte der hoffnungsvollen Osterbotschaft, der Auferstehung Jesu Christi, ein kraftvolles, positives und ermutigendes Signal für Christen wie Muslime, die unter Entführungen und den Folgen von Zerstörung und Vertreibung leiden.

Beide Würdenträger gelten als Befürworter der friedlichen Koexistenz von Religions-gemeinschaften und Volksgruppen in Syrien. Erzbischof Mor Gregorios Yohanna Ibrahim hatte im Juli 2012 eine Roadmap für den Frieden in Syrien veröffentlicht, um Versöhnung, Vergebung, Dialog und Gegenseitigkeit zu sichern - und zugleich das einmalige pluralistische Gefüge der syrischen Gesellschaft und nationalen Einheit zu bewahren. Der Erzbischof rief damals zum sofortigen Ende der Gewalt, zur wirksamen humanitären Hilfe und zum umfassenden Dialog auf, für eine Lösung am Verhandlungstisch, um der Tragödie ein Ende zu bereiten.

„Zuletzt hatte der positive Ausgang des Geiseldramas um die Ordensschwestern aus dem aramäischen Maaloula wieder Hoffnung geweckt, dass auch weitere Freilassungen von Geistlichen und Würdenträger folgen, wie die seit 11 Monaten entführten Erzbischöfe Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, von denen wir bis heute kein Lebenszeichen haben.“, so Erzbischof Jean Kawak aus dem Syrisch-Orthodoxen Patriarchat in Damaskus.

„Die Verantwortung für die Sicherheit und Unversehrtheit der entführten Erzbischöfe liegt in erster Linie in den Händen der syrischen Opposition, die angibt, die militärische wie auch zivile Kontrolle über das Gebiet der Entführung zu haben.“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir. Er fordert die deutsche Bundesregierung auf, den politischen Druck auf die syrische Opposition und deren Partnern deutlich zu erhöhen. Die unverzügliche Freilassung der entführten Bischöfe muss offen eingefordert werden.

Am 22. April 2013 befanden sich der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und sein griechisch-orthodoxer Amtskollege Boulos Yazigi, Erzbischof von Aleppo und Iskenderun, gemeinsam auf einem humanitären Einsatz, um Verhandlungen über die Freilassung eines entführten Priesters zu führen, als sie auf dem Rückweg Bab Al-Hawa von der türkisch-syrischen Grenze zu ihren Diözesen von einer bewaffneten Gruppe gewaltsam verschleppt wurden. Dabei wurde der Fahrer und Subdiakon von Bischof Ibrahim, Fatha’Allah Kabboud, ermordet. Der Vorfall ereignete sich in der nördlichen Provinz Aleppo, die von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrolliert wird.