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Anti-Terror-Strategie gegen den IS PDF Drucken
Sonntag, 12. Oktober 2014

Obamas neue Daily Soap: Gute Islamisten Schlechte Islamisten
Heidelberg, 12.09.2014 – Der Bundesverband der Aramäer in Deutschland begrüßt die Ausweitung der militärischen Maßnahmen gegen die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS). Gleichzeitig weist er jedoch auf die Risiken der jetzt vorgestellten Strategie zur Bekämpfung des IS hin.

Der Bundesverband der Aramäer in Deutschland zeigt sich erfreut über die Ankündigung Obamas die Terror-Miliz Islamischer Staat militärisch zu bekämpfen und zurückzudrängen. Die dazu vorgestellte Strategie sei jedoch wenig geeignet um die Region zu befrieden und die islamistische Gefahr für Europa und den Westen dauerhaft zu überwinden.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, äußert sich kritisch zu der neuen Allianz, die Obama gegen die Terror-Miliz schmieden will: „Obama will Islamisten mit Hilfe von Islamisten bekämpfen. Daneben beteiligen sich an Obamas Anti-Terror-Koalition auch Länder, die die Terror-Miliz protegieren. Das kann nicht gut gehen.“

Er weist darauf hin, dass die Gegner Assads, die Obama jetzt militärisch aufrüsten will, teilweise aus bekennenden radikal-islamistischen Gruppen bestehen, die Obama kurzerhand zu sog. gemäßigten Islamisten umdeklariert. Diese Gruppen wollen nicht das Assad-Regime durch ein demokratisches System ersetzen, sondern ihrerseits einen sunnitisch geprägten islamischen Gottesstaat in Syrien errichten. Die als gemäßigt eingestuften islamistischen Gruppen in Syrien gehen heute schon mit massiver Gewalt gegen christliche und nicht-sunnitische Minderheiten vor. Ein Großteil der Vertreibungen geht auf das Konto dieser Gruppen, so der Bundesverband der Aramäer in Deutschland.

Darüber hinaus macht der Bundeverband deutlich, dass sich an der Anti-Terror-Koalition auch Länder wie die Türkei, Saudi Arabien und die VAE beteiligen, die den Aufstieg des IS ermöglicht haben und diesen bis heute unterstützen. Dazu erklärt der Bundesvorsitzende Daniyel Demir: „Es ist äußerst leichtgläubig anzunehmen, die Türkei und Saudi Arabien würden beim Kampf gegen den IS mithelfen? Sie haben eine eigene Agenda. Diese Länder sind Teil des Problems, nicht der Lösung“.

Der Bundesverband der Aramäer in Deutschland fordert die Bundesregierung und die Europäische Union auf, ihre Syrien-Strategie zu überdenken. Eine militärische Aufrüstung der radikalen Gruppen in Syrien mag zwar dem Ziel dienlich sein, den ungeliebten Diktator Assad zu stürzen. Sie wird aber dazu führen, dass die radikal islamischen Gruppen in Syrien weiteren Aufwind bekommen und den Druck auf die säkularen Kräfte und Bevölkerungsteile massiv erhöhen. Diese Strategie wird somit der Befriedung der Region in keiner Weise dienlich sein – auch nicht den langfristigen Sicherheitsinteressen Europas.

„Wir dürfen uns nicht länger den Erfahrungen aus den anderen abrupten Systemveränderungen in der Region verschließen. Die Scherbenhaufen dieser Politik im Irak, in Ägypten und Libyen können doch noch heute besichtigt werden“, so der Bundesvorsitzende der Aramäer, Daniyel Demir. Ein Sturz des syrischen Regimes wird nicht zu einer Stabilisierung oder gar Demokratisierung Syriens führen, sondern radikalen islamischen Gruppen die langersehnte Möglichkeit geben, den Staat Syrien zu übernehmen um ihn nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Weiter erklärt er: „Wenn die Islamisten in Syrien die Macht übernehmen, wird über die religiösen und ethnischen Minderheiten eine noch größere Katastrophe einbrechen, als wir sie heute schon haben. Deswegen finden wir es unverantwortlich diese Gruppen weiter aufzurüsten.“

Der Bundesverband der Aramäer in Deutschland e.V. setzt sich für die Rechte und Interessen der Aramäer in Deutschland und den Heimatländern ein. Die Aramäer sind ein semitisches Volk, das im Südosten der Türkei sowie in den Ländern des Nahen Ostens beheimatet ist. In Deutschland leben ca. 100.000 Aramäer, in der EU insgesamt bis zu 300.000. Die christlichen Aramäer sind hauptsächlich Angehörige der syrischen Kirchen, darunter syrisch-orthodox, syrisch-katholisch, syrisch-maronitisch, syrisch-chaldäisch, apostolische Kirche des Ostens und Weitere.